Deutsch-Französische Filmakademie
Studienphasen
Formation
Course
Filamakademie Baden-Württemberg
La Femis

Studienphasen

Station 1 | Oktober bis Dezember – 1. Session Filmakademie Baden-Württemberg
Station 2 | Januar – 1. Session La fémis + Besuch des Festival Premiers Plans in Angers
Station 3 | Februar – Berlinale
Station 4 | Februar – Session an der NFTS London
Station 5 | März – 2. Session Filmakademie Baden-Württemberg
Station 6 | April – Praktikum im Verleih oder Weltvertrieb
Station 7 | Mai – 2. Session La fémis + Cannes
Station 8 | Juni bis August – Kurzfilmproduktion in Ludwigsburg oder Paris

Unterrichtsphasen

In den Unterrichtsphasen in Ludwigsburg, Paris und London werden praktische und theoretische Kenntnisse in den Bereichen Finanzierung, Förderung, Drehbuchentwicklung, Kalkulation, Drehplanerstellung, Dreharbeiten, Vertragsrecht sowie Verleih und Weltvertrieb vermittelt. Zu den einzelnen Themen findet der Unterricht mit Referenten aus der Praxis statt. Die ausgewählten Dozenten sind Fachleute aus der Filmwirtschaft, die mit großem Überblick und detailreicher Fachkenntnis intensive Seminare leiten.

Während der Studienphasen in Ludwigsburg unternehmen die Teilnehmer zwei mehrtägige Exkursionen nach Straßburg (Besuch beim Fernsehsender ARTE) und nach München (Besuch bei ARRI Postproduktion, ARRI Kino und Bavaria Film).

Es finden immer wieder einzelne Vorlesungen mit Gästen statt, deren Anwesenheit eine besondere Ehre ist. So waren im vergangenen Jahr Jan Harlan, der Produzent Stanley Kubricks, bei uns sowie Beki Probst, Leiterin des European Film Markets in Berlin.

Während der Berlinale findet ein mehrtägiger Workshop mit Geoffrey Gilmore, dem Kreativchef von Tribeca Enterprise und ehemaligen Leiter des Sundance Filmfestivals, statt. Sein Seminar über die amerikanische Filmwirtschaft gibt Einblick in den grundsätzlich unterschiedlichen Filmmarkt Nordamerikas und lässt die Teilnehmer jedes Mal wieder mit neuen Augen auf die europäische Filmwirtschaft blicken.

Nach dem Berlinale-Workshop verbringen die Teilnehmer zwei Wochen an der Londoner Filmschule NFTS. In Fallstudien und Seminaren erhalten sie hier Einblicke in das englische Produktionssystem.

Festivalbesuche

Beim Besuch der Internationalen Filmfestspiele in Berlin und Cannes lernen die Teilnehmer intensiv Angebot, Ablauf und Möglichkeiten eines A-Festivals kennen. Die Studenten haben als akkreditierte Fachbesucher Zutritt zu den Filmvorführungen, zum Filmmarkt und zu vielen anderen Begleitveranstaltungen. Mit gezielten Treffen und Führungen lernen sie die Festivals kennen und werden zum Erkunden auf eigene Initiative animiert. In Cannes ergänzt ein zweitägiges Praktikum bei einem Weltvertrieb den Festivalworkshop.

Verleihpraktikum

Im April absolvieren alle Teilnehmer ein bis zu vierwöchiges Praktikum in einem europäischen Filmverleih oder Weltvertrieb. Herausforderungen und Ziele im Verleihgeschäft sollen durch die praktische Einbindung in das Unternehmen gelernt werden. In einer schriftlichen Verleihstudie bringen die Teilnehmer ihre Kenntnisse anschließend zum Einsatz.

Kurzfilmprojekt

Als durchgängiger roter Faden führt die Entwicklung und Produktion der Kurzfilme durch das Studienjahr. Seit 2003 produziert jede Klasse eine Kurzfilmreihe in Koproduktion mit ARTE und dem SWR zu einem vorgegebenen Thema. Die Atelier-Teilnehmer übernehmen dabei die Rolle des Produzenten.

Bereits im Herbst sichten die Teilnehmer Filme von interessierten und potenziellen Regisseuren. Parallel dazu schreiben die Drehbuchklassen an der Filmakademie und an La fémis an den Drehbuchvorschlägen zum vorgegebenen Thema.
Die Teilnehmer entscheiden im Herbst, mit welchem Partner sie ihr Projekt durchführen möchten, denn jeder Kurzfilm, insgesamt neun, wird von zwei Atelier-Teilnehmern mit unterschiedlicher Nationalität und Muttersprache produziert. So können die Teilnehmer beim dann folgenden Drehbuch-Pitching bereits als Team entscheiden, welches Drehbuch ihnen zusagt. Gemeinsam mit den Redakteurinnen, Brigitte Dithard (SWR) und Nadja Dumouchel (ARTE), einem Dramaturgen und den Studienleitern entscheidet die Klasse über die Auswahl der Bücher, die produziert werden sollen.

Anfang Februar steht fest, welches Team welches Drehbuch produzieren wird. Von nun an beginnt die Teambildung um die Produzenten und den Autoren herum. Bis April wird eine neue Drehbuchfassung – nach Möglichkeit unter Mitwirkung des Regisseurs – erstellt, die dann in einer Sitzung mit den Redakteurinnen, dem Dramaturgen und der Studienleitung besprochen wird. Mitte Mai sollte das Buch in der Drehfassung vorliegen.

Nach Abschluss der letzten Unterrichtsphase Anfang Juni teilt sich die Klasse auf: Ein Teil produziert in Paris, die anderen kehren zurück nach Ludwigsburg.
Unter der Anleitung eines Herstellungsleiters werden die Filme von den Teilnehmern mit ihren Teams geplant, gedreht und fertig gestellt. Im August findet eine Schnittabnahme mit den Redakteurinnen und den Studienleitern statt. Danach bleiben noch zwei Wochen für Sound, Musik, Mischung und Farbkorrektur. Das fertige Master muss Anfang September pünktlich an den Sender geliefert werden.

Das Filmprojekt spielt eine äußerst wichtige Rolle in Bezug auf die Integration der Teilnehmer in die beiden Filmschulen. Die anderen Teammitglieder – insbesondere die Positionen Regie, Kamera, Schnitt, Szenenbild und Musik – werden mit Studenten der jeweiligen Schule besetzt. Aus dieser Zusammenarbeit ergeben sich wertvolle Kontakte und Netzwerke, die für das sich anschließende Berufsleben von großer Bedeutung sind.